Grafiken und Illustrationen in Büchern und Fachmedien

… finden sich quasi überall – in Büchern, eBooks, Präsentationen und anderen Informations-/Arbeitsmedien. Man könnte sagen: Eine Fach- oder Sachpublikation ist nur so gut, wie die Grafiken, Diagramme und Schaubilder, die die Inhalte an bestimmten Stellen sinnvoll ergänzen und mit ihren Darstellungen verdeutlichen. Die erste Berührung mit Buchgrafiken und -illustrationen findet meistens in Vor- und Grundschulen statt. Gerade für junge Schülerinnen und Schüler ist die visuelle Begleitung der Lerninhalte durch Bilder und Grafiken wichtig. Aber auch im Laufe des weiteren Schul- und Berufslebens finden sich viele Anwendungen für Infografiken, schematische Darstellungen und Tabellen, die dem Lehrmaterial oder anderen Inhalten beigefügt werden, um Aufmerksamkeit, Verständlichkeit und die anschauliche Vermittlung eines Themas zu gewährleisten. In Schulbüchern, digitalen Lernplattformen und Arbeitsblättern sind sie fester Bestandteil. Schaut man sich das Angebot an grafischen Darstellungen näher an, kristallisieren sich schnell die ansprechend und professionell gestalteten Exemplare heraus. Beispiele aus der Kategorie „selbst gebastelt“ gibt es selbstverständlich auch. Die erfüllen oft ihren Zweck, sind aus gestalterisch, fachlicher Sicht hier allerdings weniger relevant. Außerhalb des Schulkosmos finden sich zahlreiche weitere Medien, die Fluss- oder Kreis-Diagramme, Schaubilder und Fotos enthalten: Z. B. Sachbuchtitel, die wissensorientiert Inhalte für Privatpersonen bieten. Oder Fachbücher und Online-Medien, die in erster Linie einen beruflichen oder akademischen Anspruch haben.

Grafiken in Publikationen fördern die Verständlichkeit

Geht es für den Designer oder die Designerin also an ein Projekt, an dessen Ende ein druckfertiges Fachbuch und/oder eBook stehen sollen, gilt es neben anderem zwei wesentliche Inhaltsstränge zu entwickeln und zu erarbeiten: das fachliche Manuskript mit Headlines, Intro, Zusatzinformationen und anderen strukturierenden Textbausteinen (Aufgabe des Autors) sowie das ergänzende Grafik- und Bildmaterial. Je nach Thema wird mit nur wenigen oder vielen Abbildungen gearbeitet. Steht ein beauftragter Grafik-Designer nun vor der Aufgabe, die individuellen Illustrationen oder Darstellungen zu bestimmten Textpassagen zu gestalten, ist zunächst die Einarbeitung ins Fachgebiet zu meistern. Die Erfahrung zeigt: An diesem Punkt sollte nicht ausschließlich auf das Briefing „gehört“, sondern ebenso eine eigene Recherche durchgeführt werden, die dem Gestalter zumindest die Grundlagen des Spezialwissens eröffnet.

Ergänzend zum schriftlichen Briefing kommt es im besten Fall zu einem ausführlichen Gespräch zwischen Autor und Designer, in dem Fragen geklärt und Ideen andiskutiert werden können. In der Regel folgt dann die Definition eines auf das Fachthema abgestimmten Stils für die grafischen Arbeiten, die im Manuskript an definierten Stellen platziert werden sollen. In den meisten Fällen gibt es außerdem Vorgaben vonseiten des Verlags beziehungsweise Auftraggebers, die bei der Umsetzung zu beachten sind. Je nachdem wie die Veröffentlichung ausgerichtet und für welche Leserschaft sie konzipiert ist, kann der grafische Ansatz bei Fotos, Composings, Tabellen, Schaubildern, Illustrationen oder einem Zusammenspiel aus Verschiedenem liegen. Die schon oft zitierte Verständlichkeit, Klarheit und nicht zu kleinteilige Art der Ausarbeitung sind wichtige Leitlinien für die Umsetzung gut funktionierender Buchgrafiken und Illustrationen. Es muss gelingen, den Leserinnen und Lesern visuell unterstützende Infografiken und/oder Bilder beizustellen, die Orientierung bieten, das Verständnis steigern und das zu vermittelnde Wissen, die Botschaft veranschaulichen.

Beim Gestalten den richtigen Ton treffen

Die Qualität macht bestimmt einen Unterschied. Bei einem Auftrag dieser Art ist Einfühlungsvermögen gefragt. Es wird eher nicht darum gehen, den kreativsten und aufmerksamkeitsstärksten Entwurf aus der Taufe zu heben, sondern noch mehr als sonst, die Zielgruppen im Blickfeld zu haben. Es gilt hier, den richtigen Ton zu treffen – in visueller Hinsicht. Auch dieser Gesichtspunkt gestaltet sich natürlich je nach Thema etwas anders. Geht es in der Publikation zum Beispiel um „KI in der Gestaltung“ oder die „Zukunft des Theaters“, dürfen die Visualisierungen sicherlich bunter, lauter und experimenteller rüberkommen als in anderen Fällen. Das ist eben der ausschlaggebende Punkt: Grafiker, Designer und Gestalter sind nicht nur mit ihrer Expertise gefordert, sondern als Menschen, die zuhören, Stimmungen aufnehmen, den Auftraggeber mit Fragen „bombardieren“ und sich in die Materie einarbeiten.

Ist der Stil für die visuellen Ausarbeitungen – ob Schema, Zeichnung, Foto, Video – für die Veröffentlichung gefunden, geht es an die Ideensammlung und das Skizzieren. Farbpaletten, wenn Farbe erlaubt ist, werden definiert, Stilmittel, Techniken, gegebenenfalls Schrifttypen ausgewählt, Grundformate und -elemente ausgearbeitet und so weiter. Der erfahrene Gestalter wird sich zumeist nicht mit dem ersten Entwurf zufriedengeben: Es wird vielmehr geprüft, abgeglichen, vielleicht zuvor vernachlässigte Ansätze noch einmal aufgegriffen, aussortiert, zusammengestellt, nachgefasst und im Laufe der Entwicklungsarbeit ein Konzept herausgearbeitet. Ist dieser Schritt erfolgt, geht es daran, das Ergebnis für die Präsentation beim Kunden oder der Kundin vorzubereiten. Eine nicht unwesentliche Dimension der grafischen Arbeit ist es eben auch, sein Werk in einem angemessenen Rahmen vor die Augen der Auftraggebenden zu bringen. Ähnlich wie bei der Präsentation und Diskussion einer Masterarbeit, die Dozenten und Prüfer überzeugen muss.

Auch hier ist gutes Grafikdesign gefragt: Präsentationen fürs Business

Ein ähnliches Vorgehen bietet sich für die Entwicklung von Diagrammen, Tabellen und Infografiken an, die in professionellen Business-Präsentationen zum Einsatz kommen. Je ansprechender und hochwertiger die textbegleitenden Darstellungen ausgearbeitet sind, umso erfolgreicher kann der Vortrag vor einem Arbeitskreis oder größerem Fachpublikum ausfallen. Zumindest sind damit optimale Rahmenbedingungen geschaffen. Die Erfahrungen über die Jahre haben das definitiv bestätigt.

Design und Text auf Augenhöhe

Dem Korrektorat oder Lektorat wird oft größeres Interesse entgegengebracht als der Optik. Jeder Verfasser bzw. jede Verfasserin eines Buches oder einer Veröffentlichung ähnlicher Art scheint stets darauf bedacht, keine Schreib- oder Zeichensetzungsfehler im Manuskript zu haben. Warum eigentlich? Ein entsprechend hoher Anspruch sollte für die Buchgrafiken ebenso eine Selbstverständlichkeit sein. Denn die Kombination aus starken Inhalten und einem professionellen, ansprechenden Design bilden eine nahezu unschlagbare Kombination.

Sobald visuelle Elemente und Inhalte eine harmonische Symbiose eingehen, wird das Ergebnis vom Empfänger/der Empfängerin bestmöglich wahrgenommen. Gestaltungen und Texte verstärken sich gegenseitig. Der Prozess der Wahrnehmung, des Lesens und Verstehens kann unter optimalen Bedingungen stattfinden.

Eine Fachpublikation ist nur so gut, wie die Grafiken und Schaubilder, die die Inhalte an bestimmten Stellen sinnvoll ergänzen.
Grafiken sind wichtige Instrumente, um anspruchsvolle Inhalte in Büchern, eBooks und anderem Informationsmaterial erkennbar und leichter verständlich zu machen.

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